Verlage, Druckindustrie, Papierverarbeitung

Unterstützung von Linken und SPD für den Kampf der FSD-Beschäftigten

Unterstützung von Linken und SPD für den Kampf der FSD-Beschäftigten

Frankfurter Societäts-Druckerei mm Frankfurter Societäts-Druckerei

Wichtige Vertreter der SPD und der Linken setzen sich für die Rückkehr der Frankfurter Societäts-Druckerei (FSD) in die Tarifbindung ein. Die Zeitungsdruckerei hatte im Oktober während der laufenden Tarifverhandlungen für die deutsche Druckindustrie verkündet, sich nicht mehr an Tarifverträge halten zu wollen. Dagegen wehren sich Beschäftigten mit Arbeitsniederlegungen.

Dr. Achim Kessler, Frankfurter Bundestagsabgeordneter für die Fraktion der Linken, hat deshalb einen Offenen Brief an die Herausgeber bzw. Chefredaktionen der drei Frankfurter Tageszeitungen FAZ, Neue Presse und Frankfurter Rundschau geschrieben. Alle drei Zeitungen werden bei der FSD in Mörfelden gedruckt.

Kessler schreibt, dass die Fraktion der Linken im Bundestag die Forderung von ver.di nach einem Anerkennungs-Tarifvertrag unterstützt. An die Adressaten des Offenen Briefes schreibt er: „Es darf Ihnen nicht gleichgültig sein, unter welchen Arbeitsbedingungen Ihre Zeitungen hergestellt werden (…). Als hessischer Bundestagsabgeordneter möchte ich Sie daher eindringlich bitten, die Frankfurter Societäts-Druckerei auf ihre soziale Verantwortung hinzuweisen und sie zur Rückkehr zur Tarifbindung aufzufordern. Mit großer Sorge beobachte ich die zunehmende soziale Spaltung in Deutschland, die Rechtspopulisten den Nährboden bereitet. Immer mehr Menschen, auch in der Frankfurter Societäts-Druckerei, werden durch Niedriglöhne, Leiharbeit und Werksverträge in eine völlige Perspektivlosigkeit gebracht. Es ist renommierten Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Frankfurter Neuen Presse oder der Frankfurter Rundschau nicht würdig, unter solchen Bedingungen produziert zu werden.“

Für die SPD-Fraktion im Hessischen Landtag und die gesamte hessische SPD hat Thorsten Schäfer-Gümbel in einem Schreiben an die Kolleginnen und Kollegen der FSD die Unterstützung der Sozialdemokraten für den Kampf zum Erhalt der Arbeitsplätze und für gute Arbeitsbedingungen versichert. Schäfer-Gümbel, Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag und zugleich Vorsitzender der Hessen-SPD und stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei, schreibt: „Tarifflucht bedroht den sozialen Frieden im Land, der uns stark gemacht hat. Das ist gesamtgesellschaftlich besorgniserregend. Und deswegen müssen wir uns gemeinsam dagegen wehren. Es darf uns nicht egal sein, wenn Unternehmen Tarifbindungen aufkündigen. Es darf uns nicht egal sein, unter welchen Bedingungen unsere Zeitungen produziert werden. Und es ist uns auch nicht egal. (…) Ich wünsche euch Kraft, Mut und Zuversicht.“