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Aktionstag gegen Massenentlassung bei der FSD

Aktionstag gegen Massenentlassung bei der FSD

Bei einem Aktionstag am  6. Dezember in Gießen wird die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft die Proteste der Belegschaft der Frankfurter Societäts-Druckerei (FSD) gegen die geplante Entlassung von weiteren 101 Beschäftigten unterstützen. Gießen wurde als Veranstaltungsort gewählt, weil die Stadt der Sitz des Stammhauses der Verlegerfamilie Rempel ist, die dort die „Gießener Allgemeine“ herausgibt. Der Familienbetrieb hat im Frühjahr gemeinsam mit der Zeitungsgruppe Ippen die FSD übernommen, Jan Eric Rempel ist seitdem Geschäftsführer der FSD.

Am 6. Dezember sind um 13.00 Uhr in der Gießener Innenstadt eine Kundgebung und ein anschließender Demonstrationszug geplant. Erwartet werden neben FSD-Beschäftigten und ihren Familien auch Vertreter anderer Betriebe sowie von Parteien, DGB und Einzelgewerkschaften.

Begründet werden die Kündigungen von der FSD mit dem Verlust der Aufträge des Axel-Springer- Verlags (Bild, Welt) zum Jahresende. ver.di bezweifelt, dass deshalb Kündigungen in der geplanten Größenordnung notwendig sind. „Wir gehen davon aus, dass der Verlust der Aufträge auch ein willkommener Vorwand ist, um in großem Stil bisher tariflich abgesicherte Arbeitsverhältnisse durch billige Werkvertragskonstruktionen zu ersetzen,“ sagt Manfred Moos von ver.di Hessen.

25 Beschäftigte haben bereits vor einigen Wochen eine Kündigung erhalten, weitere 101 sollen nach dem Willen der Geschäftsführung folgen. Betriebsrat und Arbeitgeber haben erste Gespräche über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan aufgenommen.

Bei der Übernahme im Frühjahr wurde den damals noch 300 Stammbeschäftigten erklärt, für sie werde sich nichts ändern. „Die Erklärung war offenbar völlig wertlos. Das Vertrauen der Beschäftigten in die Verantwortlichen der FSD wurde durch Tarifflucht, Outsourcing und die angekündigte Massenentlassung restlos verspielt,“ erklärt ver.di.

Wegen des Austritts der FSD aus der Tarifbindung wird der Betrieb seit der vergangenen Woche immer wieder bestreikt. Auch am Wochenende und am heutigen Montag wurde die Arbeit niedergelegt. Damit unterstützen die Beschäftigten die Forderung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft nach einem Anerkennungstarifvertrag.