Rundfunk

250 im Warnstreik beim Hessischen Rundfunk

250 im Warnstreik beim Hessischen Rundfunk

Warnstreik hr 3. Dezember 2019 CD Warnstreik hr 3. Dezember 2019

250 Beschäftigte des Hessischen Rundfunks haben am 3. Dezember in Frankfurt am Main und Kassel mit einem Warnstreik für ein verbessertes Angebot des Senders bei den laufenden Tarifverhandlungen demonstriert.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hatte erstmals zusammen mit den Partnergewerkschaften der Tarifgemeinschaft zu einer Arbeitsniederlegung beim Hessischen Rundfunk aufgerufen. „Dafür, dass zum ersten Mal in der Geschichte des Hessischen Rundfunks gestreikt wurde, sind wir mit der Beteiligung hoch zufrieden“, sagte Manfred Moos vom ver.di-Landesbezirk Hessen bei einer Streikversammlung in der Goldhalle des Hessischen Rundfunks.

An dem Warnstreik beteiligten sich Beschäftigte aus Redaktion, Technik und Verwaltung, was auch zu Sendeausfällen im Hörfunk führte. Mitglieder des hr-Sinfonie Orchesters verließen vorzeitig die Proben, um sich dem Warnstreik anzuschließen. Eine Bläsergruppe aus dem Orchester zog lautstark an der Spitze eines Demonstrationszuges durch den Sender.

Der Hessische Rundfunk hat bisher im Konzert mit den anderen ARD-Anstalten versucht, die Beschäftigten von der allgemeinen Tarifentwicklung und insbesondere von der des Öffentlichen Dienstes abzukoppeln. Dagegen haben sich in den letzten Monaten bei mehreren Sendern die Beschäftigten mit zum Teil massiven Warnstreiks gewehrt.

Die unmittelbar nach dem Streik fortgeführten Tarifverhandlungen brachten noch kein Ergebnis. Der Hessische Rundfunk legte zwar kein substantiell neues Angebot vor, zeigte aber Bereitschaft, in weiteren Verhandlungen auch über einen Abschluss zu sprechen, der sich am Stand der Verhandlungen bei anderen ARD-Anstalten orientiert. Beim NDR und beim MDR liegen verbesserte Angebote der Arbeitgeberseite vor.

Die Verhandlungen wurden auf den 8. Januar 2020 vertagt.